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Geschichte von Bodrum in der Türkei
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Geografische Lage
Die Küstenlandschaft bei Bodrum ist durch Inseln, Halbinseln, Buchten
und Kaps reich gegliedert. In etwa einer Stunde erreicht man per Schiff
die griechische Insel Kós.
Die Stadt liegt dem Binnenland abgewandt in einem natürlichen
Südtheater, welches die Natur aus den letzten Ausläufern des
Taurusgebirges gebildet hat.
Geschichte
Bodrum, das antike Halikarnassos, ist vor allem durch das Mausoleum,
ein Grabmahl, welches sich der persische Satrap und König von Karien
Mausolos noch zu Lebzeiten errichten ließ, gerühmt. Das „Mausoleum“
galt als eines der sieben Weltwunder der Antike. Es wurde vermutlich
durch ein Erdbeben zerstört; Reste des verschwundenen Baus sind im
Johanniterkastell St.Peter verbaut. Einige der Skulpturen wurden ins
Britische Museum nach London verbracht. Die Burg wurde 1420 von
Kreuzrittern errichtet und fiel 1523 den Türken kampflos in die Hand,
als die Johanniter Rhodos aufgaben. Sie ist fast vollkommen erhalten
und kann sich mit den prächtigsten Ritterburgen Europas wie Chillon
oder Château Gaillard messen, ihre Wehre und Türme sind teils
fränkischer, teils türkischer Herkunft. Unter den Osmanen wurde sie bis
ins 20.Jahrhundert als Verbannungsort genutzt. Noch heute beherbergt
sie aber reichen figürlichen Schmuck aus allen Zeitaltern sowie eines
der sehenswertesten Unterwassermuseen mit dem Prunkstück eines mit
seiner Fracht und Ausstattung gehobenen Schiffes, das aus der
Bronzezeit stammt. Dieses war, so sagen die Archäologen, mit Geschenken
der ägyptischen Pharaonin Nofretete an den König der Hethiter beladen.
Einer der bekanntesten Söhne des antiken Halikarnassos ist mit
Sicherheit Herodot. Dieser bedeutende Historiker wurde 485 v.Chr. hier
geboren und gilt als "Vater der Geschichtsschreibung".
Nach der Zerstörung durch Alexander den Großen erlangte Halikarnassos
nie mehr seine frühere Bedeutung. In der frühen Neuzeit sank es sogar
zu einem unbekannten und abgelegenen Fischerdorf herab. Aus der Antike
stammen aber immerhin noch das Myndos-Tor mit Teilen der Stadtmauer,
ein Theater am Berghang mit der südlichen. Ägäis als Prospekt, einige
Tempelreste und im ganzen Ort verteilte Spolien.
Den Anstoß zu seiner heutigen Entwicklung als Erholungsort und
Künstlerkolonie gab der Dichter und Maler Çevat Şakir. Selbst nach
Bodrum verbannt, versammelte er seine Künstlerfreunde um sich,
begründete die „Blauen Reisen“ mit den ortsüblichen Gulets, kreierte
das inzwischen typische weißgestrichene Flachdachhaus mit den
charakteristischen Dachecken. So wurde er, der „Fischer von Bodrum“,
zum Begründer des heutigen Touristenbooms und der Reputation des Ortes
und der ganzen nach ihm genannten Halbinsel in der Welt.
Bauwerke
Bodrums charakteristischen weißen Häuser ziehen sich ringsum an den
Hängen hoch. Die Bühne bildet der ideale natürliche Hafen mit der
vorgelagerten Kreuzritterburg.
Tourismus
Dank seiner Lage und dem warmen, aber windreichen Mittelmeerklima
erfreut Bodrum sich wachsenden touristischen Zustroms, dem die ganze
Gegend ihren wirtschaftlichen Aufschwung schuldet. Die Sommergäste
kommen vor allem aus Großbritannien, Holland, Deutschland und in
wachsender Zahl aus osteuropäischen Ländern wie Serbien und Russland
sowie den ehemaligen Staaten der verblichenen Sowjetunion. Viele
Familien aus Istanbul und Ankara verfügen hier über ein Sommerhaus und
betrachten die Stadt als ihre gewohnte Ferienresidenz. Bodrum ist
berühmt durch kristallklares Meerwasser, seine Strände, seine idealen
Bedingungen für Surfen, Tauchen und alle Arten des Wassersports. Am
Hafen ballt sich Handel und Wandel, liegen die Gulets vertäut, reihen
sich die Bars und Diskos und hinter ihnen in den engen Gässchen, deren
Geometrie wohl mehrere Jahrtausende alt ist, die Krämerviertel.
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